Hugenotten- und Waldenserpfad

Eigentlich ist der Hugenotten- und Waldenserpfad rund 2500 Kilometer lang und zieht von Bad Karlshafen nahe Kassel im Norden bis in die Schweiz im Süden. Im südlichen Verlauf schließen sich noch zahlreiche Nebenrouten an, und auch unterwegs bieten sich immer wieder Schleifen an.

Wer nur die drei Etappen von Mühlacker nach Calw unter die Sohlen nimmt, erwandert sich gleich drei für diese Gegend ganz typische Waldenserorte: Pinache, Perouse und Neuhengstett.

Von Mühlacker nach Friolzheim

Von Mühlacker führt die Route erst durch den Teilort Dürrmenz. Hier ließen sich 1699 rund 1700 Flüchtlinge nieder, darunter viele Waldenser. Sie gründeten bei Dürrmenz keine eigene Siedlung, sondern schlossen ihre Häuser an das bereits bestehende Dorf an. Durch herrlich schattigen Wald zieht der Weg dann nach Pinache, einen typischen Waldenserort. Wald-, Forst- und Feldwege bringen Wandernde anschließend nach Wiernsheim, Wurmberg und schließlich nach Friolzheim.

Zum Start können sich Wandernde in Mühlacker bei diversen Bäckereien und Cafés stärken.

Auf ungefähr der halben Strecke liegt am Wiernsheimer Sportplatz und direkt am Weg die Pizzeria (und Ristorante) "Papi & Giulia". Im Ort gibt es außerdem noch beispielsweise den Löwenkeller zum Griechen am Marktplatz und ein paar Meter weiter die Hexenscheuer (hier auch Übernachtungsmöglichkeit).

Einen Ort weiter, in Wurmberg, führt ein kleiner Schlenker zum Hofcafé auf dem Münzenfelder Hof.

Am Etappenende in Friolzheim bringen diverse Gastro-Betriebe Kleinigkeiten, Eis, Pizza oder gutbürgerliche Speisen auf die Tische.

Am Endpunkt Friolzheim sind Übernachtungsmöglichkeiten dünn gesät. Besser fündig werden Wandernde im Nachbarort Tiefenbronn, zum Beispiel im zentral gelegenen Hotel Ochsenpost, zu Fuß weitere drei Kilometer.

Von Friolzheim fährt der Bus 762 nach Pforzheim, und von dort bringen die Regionalbahnen MEX 17a und RE1 Wandernde nach Mühlacker zurück.

In Pinache, einem typischen Waldenserort, lohnt ein Blick auf den Waldenserfriedhof und die Waldenserkirche. Hier kann man auch im Waldenser-Museumsstüble mehr über Vergangenheit und Gegenwart der beiden Waldensergemeinden Pinache und Serres lernen: geöffnet von März bis November an jedem 1. Sonntag im Monat von 14 Uhr bis 17 Uhr.

Rund acht Kilometer nach dem Start wartet in Wiernsheim das Kaffeemühlenmuseum auf Besucher. Geöffnet Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr.

Wer viel Zeit und gute Kondition hat, kann von Wiernsheim entlang der Iptinger Straße zusätzlich nach Serres wandern und so einen weiteren Waldenserort kennenlernen.

Von Friolzheim nach Merklingen

Wieder verläuft die Route hauptsächlich auf Feld- und Forstwegen. Aus Friolzheim folgt sie zunächst mit mehr oder weniger Abstand der A 8, kreuzt die Autobahn und schlägt einen Bogen um das Naturschutzgebiet Feuerbacher Heide-Dickenberg mit seiner Landschaft aus Hecken ("Heckengäu"), artenreichen Streuobstwiesen und Heide. Danach wandert man in einem weiten Zickzack durch Wald zum Waldenserort Perouse. Vorbei an Grenzsteinen geht es durch den Großen Wald nach Merklingen.

Nach dem Start in Friolzheim (Bäckereien, Bistro) hat man erst nach zwölf Kilometern in Perouse wieder die Möglichkeit einzukehren: Direkt am Weg, aber erst ab 17 Uhr (außer Dienstag) verwöhnt das Sportheim des SV Perouse mit Balkanküche. Und Donnerstag, Freitag und Samstag öffnet das Café Anna-Rosa, das allerdings nicht direkt auf der Route liegt. 

Am Endpunkt in Merklingen gibt es gleich mehrere Möglichkeiten für eine Einkehr, von der Pizzeria über den Landgasthof bis zur gemütlich-schwäbischen Einkehr im Stüble am Kleintierzüchterverein.

In Merklingen sammelt man im Hotel Nachtquartier neue Kräfte für die nächste und letzte Etappe.

Wer zurück nach Friolzheim möchte, nimmt den Bus 666 nach Tiefenbronn und dann den Bus 652 nach Friolzheim.

Nach Mühlacker: Zuerst mit Bus 666 oder 663 nach Weil der Stadt. Von dort bringt der Bus 670 Wandernde nach Calw, das per Regionalbahn und/oder IC an Mühlacker angeschlossen ist. 

Von Merklingen nach Calw

Auf das Möttlinger Köpfle zu zieht die dritte Etappe zu Anfang, strebt dann das Naturschutzgebiet Hörnle und Geißberg mit seiner Heidelandschaft an, schwenkt jedoch auf Höhe von Möttlingen nach links und leitet nach Simmozheim hinein. Als um 1700 die Waldenser eintrafen, musste Simmozheim einen Teil seines Grunds abtreten, und es entstand die "Colonie Simmozheim", das heutige Neuhengstett. Die Hirsauer Straße führt aus Simmozheim hinaus und zum Waldenserstein mit seiner Sicht auf Neuhengstett, das nächste Zwischenziel. Hier folgt man der langen, geraden Hauptstraße - typisch für Waldenserorte wie auch schon in Pinache. Die Route biegt dann nach rechts ab, taucht in den Wald ein, passiert kurz vor Calw-Heumaden das Welsche Häusle und strebt dann in weitem Bogen über den Welzberg hinab nach Calw.

In Calw ist es eigentlich nicht schwer, eine gute Einkehr zu finden. Eine Auswahl listet die Stadt Calw.

Am Ziel in Calw gibt es eine gute Auswahl an Unterkünften, einige davon liegen jedoch etwas ab vom Zentrum in den Stadteilen.

Von Calw bringen einen Regionalbahn und/oder IC zum Startpunkt der drei Etappen, nach Mühlacker zurück. Wer nach Merklingen zurückfahren will, nimmt am besten den Bus 670 nach Weil der Stadt und von dort den Bus 663 oder 666 nach Merklingen.

In Althengstett und Umgebung gibt es zahlreiche Museen und andere Sehenswürdigkeiten.

Natürlich kann man auch den ganzen Pfad wandern. Eine ausführliche Beschreibung liefert der Verein "Hugenotten- und Waldenserpfad e.V.". Die Seite hält die gpx-Daten der Route als Download bereit; wer will, bestellt hier das Kartenset zum Weg.

Sehenswürdigkeiten am Weg