Der Neuhengstetter Boden war karg, und viele Familien mussten dem ertragreicheren Ackerbau den Vorzug vor Obstbäumen geben. Der Stiftungsgarten wurde 1881 vom Besitzer des Hofes Georgenau, Emil Wilhelm Georgii-Georgenau, königlicher niederländischer Generalkonsul für Württemberg in Stuttgart, und seiner Gattin Sophie von Georgii-Georgenau, Tochter des Finanzministers von Gärttner, angelegt. Georgii war ein warmherziger und großer Wohltäter, er liebte seine Heimatstadt Calw und deren Umgebung. Seine Vorfahren selbst wurden wegen ihres protestantischen Glaubens verfolgt und unter Ludwig XIV. aus Straßburg 1687 des Landes verwiesen. 207 Obstbäume sollten die ärmere Bevölkerung Neuhengstetts versorgen. „Der Ertrag dieses Obstgartens … ist für die Ortsarmen zu verwenden“, heißt es in der Stiftungsurkunde. Zwar konnte diese Stiftung der Georgiis die Armut bei einem Teil der Bewohner nicht beseitigen, aber doch manche Notlage lindern.
Der Obstgarten bestand noch bis in die Mitte dieses Jahrhunderts, der Baumbestand hätte dann aber verjüngt werden müssen. Die Nachfrage nach Obst war nicht mehr wie einst. Somit hatte sich die Gemeindeverwaltung entschlossen, den Obstgarten zu einem Ackerfeld umzupflügen. Heute erinnern wieder einige recht junge Obstbäume an den einstigen Stiftungsgarten.