Abt Wilhelm, Gründer und Erbauer des Klosters Hirsau im 11. Jahrhundert, trägt eine illustre Schar von Gestalten in seinen Armen, auf seinem Rücken lugt ein diabolisch anmutendes Kerlchen aus einem Beutel. Links neben ihm neigt sich General Mélac zu Boden und päsentiert seinen Hintern. Der Brandstifter aus der Zeit König Ludwigs XIV. zerstörte das Kloster Hirsau im September 1692 während des Pfälzischen Erbfolgekriegs. Und vorne weg, rechts des Abts, lässt eine nackte Rockerbraut ihr Vorderrad steigen, mit dem Rücken zu den beiden anderen, und interessiert sich augenscheinlich weder für das Kloster noch für den Ort Hirsau - ein Symbol für Schnelllebigkeit und Vergänglichkeit. Im April 2004 wurde die Figurentrilogie des Bodmaner Künstlers Peter Lenk an der Liebenzeller Straße in Hirsau enthüllt, zur Feier der damals neuen Umgehungsstraße. Eine Verbindung zwischen der Brücke über die Nagold und den historischen Gebäuden Hirsaus soll sie schaffen und ein Schlaglicht auf die Geschichte des Klosters werfen.
Peter Lenk ist ein durchaus umstrittener Geist, der mit seiner Kunst immer wieder aneckt. Berühmte Werke sind etwa die Imperia und der Laube-Brunnen in Konstanz oder auch der Schelmenbaum in Emmingen-Liptingen.